Quelle: Hans Kellner
Quelle: Hans Kellner
Quelle: Hans Kellner
 

Hallertauer Ziegenhof

Ja, der beste Käse kam aus Frankreich, aber Ziegenkäse, gereift in Calvados, mit Trüffeln oder nach französischer Art im Weinblatt affiniert, das kann auch eine Hofkäserei in der Hallertau, regional und natürlich aus Bioland-Erzeugung.

Tausche Sau mit Ferkeln gegen Ziege mit Kitzen

Hans Kellner aus Tegernbach ist ein wirklicher Käsekünstler und hat sich in 25 Jahren einen Betrieb mit Direktvermarktung aufgebaut, der sich sehen lassen kann: sechs Wochenmärkte fährt er wöchentlich an und ist in allen TAGWERK-Läden mit seinen Käseprodukten vertreten. Seine ersten Käsesorten, die Cabecous und die Pyramide mit Pappelasche, kennen sicher viele noch. Es gibt sie noch immer, und sie bereichern nach wie vor jeden Käseteller in ihrem schönen Gewürzkleid.

Die Hallertau ist zwar hügelig, aber kein griechischer Landrücken, wo Ziegen zum Tagesbild gehören. Wie kam Hans Kellner ausgerechnet zur Ziegenhaltung? Auslöser für den Ökogedanken war die Reaktorkatastrophe in Tschernobyl. Als Student gründete er mit Kommilitonen einen ökologischen Arbeitskreis, der Biobetriebe besichtigte. Hans Kellner wollte etwas Besonderes machen und auch die Frage klären, wie es mit dem elterlichen Betrieb weitergehen sollte. Mit einer Australienreise, bei der er Ziegenkäse kennenlernte, kam dann die Idee. Zurück von der Reise, tauschte er eine Sau mit Ferkeln aus dem elterlichen Betrieb gegen eine Goaß mit drei Kitzen. Die Goaß hieß Goaß und war der Anfang der Ziegenzucht. Mittlerweile sind es 120 Milch-Goaßn der Rasse „Bunte Deutsche Edelziege“ und mit den Namen der Goaßn wird es schwierig.

Die „gschleckate Goaß“ ist sprichwörtlich

Der Ziegenhof Kellner bewirtschaftet 30ha Fläche, die vorwiegend zur Futtererzeugung genutzt werden: Ein Drittel sind jeweils Kleegras, Hafer-/Gerste-/Erbsengemenge und Triticale. Das Futter wird von den Ziegen „ausgesucht und durchsucht“. Sie sind heikel und mit ihrem geschickten, feinfühligen Mund sortieren sie sich das allerbeste heraus. Daher muss auch ständig frisches Futter vorgelegt werden: Vor dem Melken, nach dem Melken früh und abends und mehrfach untertags. Davon profitieren die Mastochsen des Betriebs, sie verwerten alles was die „gschleckatn Goaßn“ übriglassen. Und noch ein paar Resteverwerter in diesem Fall für die Molke der Käserei gibt es: die Schweine. Ziegen sind zudem neugierig, sie fressen alles Neue, was ihnen in den Weg kommt: Blumen, Dokumente, Mikrophonkabel, …beim Fotografieren muss man gut aufpassen.

Hofkäserei mit Milchpipeline

Hans Kellner muss seine Ziegen mit der Fütterung verwöhnen, dann danken sie das mit einer entsprechenden Milchleistung. Auf die Milchleistung kommt es schließlich an bei einer wirtschaftlich erfolgreichen Käseherstellung. Die Milch läuft über die Milchpipeline in die Käserei und wird dort schonend verarbeitet: Aus 10 Litern Ziegenmilch werden 1,2kg Frischkäse oder 1kg Weichkäse oder 0,8kg Hartkäse. Am Tag gibt so eine Goaß aber nur 2 Liter Milch mit 3,0-3,8% Fett (Kuhmilch: bis 4,9%) und etwa 3,5% Eiweiß.

Nah am Kunden

Viele kennen den Kellner Hans persönlich. Das schöne für uns Verbraucher ist nämlich, dass man ihn sehr oft selbst am Markt trifft: „Ich bin gern am Markt, nahe am Kunden und gerne selbstständig“, meint er dazu. Mit seinen 50 Jahren ist er unter den Biopionieren einer der Jüngeren, und sein Betrieb entspricht den alten und modernen Kriterien eines Biobetriebes gleichermaßen: Der Hallertauer Ziegenhof wirtschaftet regional und ökologisch mit einem geschlossenen Betriebskreislauf.

Anfahrtsweg

Impressum: Hallertauer Ziegenhof, Nandlstädterstraße 37, 84104 Tegernbach, Tel.: + – (0)8756 – 326, Fax: + – (0)8756 – 910970, Mobil: + – (0)171 – 7017572, E-Mail: hallertauer.ziegenhof@web.de, Web: http://www.bockaufziege.de